Google und das „Recht auf Vergessen“

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Nervös, aufgeregt…. Du hast heute Abend seit langem mal wieder ein Blind Date und bist nicht so der Überraschungstyp. Klar, du schmeißt Google an, tippst einen Namen ein und siehst dir an, mit wem du es heute Abend zu tun hast. So nun stellt sich die Frage: hast du wirklich alles gefunden, was es zu finden gibt? Die Antwort lautet „Nein“, wenn du aus dem EU-Raum kommst. Die Chance “alles” über diese eine Person zu finden wäre wesentlich höher wenn du deine Suchanfrage z.B. aus den US gestartet hättest. Das war es aber nicht schon immer. Im Jahr 2014 hat es den ersten großen Einschnitt gegeben. Es wurde ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das “Gesetz des Vergessens”.

 

Was bedeutet das seit 2014?

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) von 2014 zufolge ist Google verpflichtet, bestimmte Links aus seinen Suchergebnissen zu entfernen. Europäische Internetnutzer haben demnach das Recht, die Sperrung von Ergebnissen zu fordern, die beim Googlen des eigenen Namens erscheinen. Bislang wurden lediglich Suchergebnisse gesperrt die über z.B. “.de” oder “.nl” angefragt wurden. Es war aber dennoch möglich diese über google.com abzufragen.

 

Ankündigung von Google am Freitag letzter Woche:

Die Suchmaschine Google verbirgt gesperrte Treffer ab dieser Woche auch dann, wenn sie über google.com oder andere Länderdomains aufgerufen werden. Dies kündigte Google-Datenschutzbeauftragter Peter Fleischer am Freitag auf dem EU-Blog des Unternehmens an.

 

Was bedeutet das in 2016?

Was will Google jetzt noch anpassen und was bedeutet das auch für uns im sourcing?

In Zukunft sollen durch eGeolocation-Signals wie IP-Adressen der Zugriff auf gesperrte Links über alle Domains der Suchmaschine eingeschränkt werden. Das trifft aber nur zu, wenn von dem Land aus gesucht wird, aus dem die Person stammt, die eine Sperrung gefordert hat. Wird also aus einem anderen EU-Land über google.com oder andere nicht-EU-Google-Domains gesucht, sind die gewünschten Inhalte immer noch auffindbar. Zumindest bedeutet das, dass grundsätzlich keine Daten verloren gehen.

Die Konsequenz für das Sourcing würde über kurz oder lang bedeuten, dass wir uns gut funktionierende VPN´s zulegen und über diese auf Google zugreifen, bzw. auf die Suche nach Daten und Kandidaten im Netz gehen. Das heißt, Google würde in diesem Fall immer denken dass wir uns in den US befinden und von dort aus surfen.

Wie lange diese Möglichkeit über einen VPN zu suchen noch besteht, bzw. wir Google vorgaukeln können dass wir uns nicht in D, A, CH oder wo auch immer in der EU befinden, wird sich zeigen. Derzeit gibt es nur ein Unternehmen das erfolgreich weltweit den Zugriff auf ihre Website via VPN gebloggt hat, das ist Netflix. Ob und wann Google auf diesen Zug mit aufspringt wird sich zeigen.

 

Das Thema Sourcing wird dadurch sicherlich in Zukunft nicht einfacher werden, aber das Internet hat bis jetzt immer einen Ausweg dafür gefunden.

 

Keep digging J

Die Grüne 3

 

 

2 Gedanken zu „Google und das „Recht auf Vergessen““

  1. Hi!
    Spannender Artikel.
    Allerdings stellt sich mir die Frage inwieweit wir nicht das Recht auf Vergessen respektieren sollten.
    Es gibt wohl gute Gründe dafür. Meiner Meinung nach ist es respektlos den Menschen gegenüber dieses Recht mit technischen Tricks zu umgehen.
    Werden wir in Zukunft in die Häuser potentieller Mitarbeiter einbrechen um uns selbst vorzugaukeln, dass wir nun die humane Ressource zu 100% richtig einschätzen?
    Beängstigend!

    1. Servus,
      und danke für dein Feedback auf unseren Artikel. Wir denken, wenn Google jetzt auch schon im EU-Raum anfängt ihre Dienste für uns nur noch eingeschränkt zur Verfügung zu stellen, dann fragen wir uns welche Ergebnisse in der Zukunft bei einer x-beliebigen Suche angezeigt werden. Kann ich die Suchergebnisse dann noch wirklich ernst nehmen?

      Ein gutes Beispiel hierfür ist die Unwissenheit vieler in Punkto bezahlte Anzeigen von Google. Heisst, es sind nicht nur die ersten 2-3 von Google markierten Anzeigen in deinem Suchergebnis gesponsert oder gekauft sondern noch einige danach auch. Also wo bleibt dann hier die Klarheit der Suchergebnisse?

      Wir möchten uns nicht bevormunden lassen, bzw. nur dass zu lesen bekommen was andere danken es sei gut für uns.

      Grün grün grün

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