Von #fakenews zu Fakeprofilen

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#fakenews und „Alternative Fakten“ sind nicht erst seit Donald Trump in aller Munde. Nachrichten und Meldungen müssen bzw. werden von uns Konsumenten zunehmend differenzierter betrachtet und bewertet. Um sich einigermaßen sicher im Mediendschungel bewegen zu können, sollte man mittlerweile wissen wie man (Erst-) Quellen sicher verifiziert. Das heißt allerdings auch, wir bewerten News und Informationen aus einer anderen Perspektive und stellen deren Informationsgehalt in einem weiteren Schritt auf die Probe. Wir versuchen also weniger zu vermuten oder werden besser gesagt durch Recherche mehr zum „Überprüfer“ von Nachrichten.
Warum also nicht im HR/Recruiting eine andere Brille aufsetzen und das tägliche Doing hinterfragen oder von einer dritten Seite betrachten?

Von #fakenews zu Fakeprofilen

Das Anlegen bzw. Verwalten von Fakeprofilen auf Business oder Social Networks ist immer wieder Thema in Blogs. Oftmals geht es darum, die Recruiter hinter diesen Fakeprofilen zu entlarven.
Alle werden bei unserem jetzigen Gedankenanstoß zu Fakeprofilen sicherlich nicht mitgehen und unser Handeln in Frage stellen.

Wir werden deshalb das Thema Fakeprofile heute aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Wie sich bei #fakenews die Art der Informationsbewertung und Beschaffung geändert hat, versuchen wir im Thema Fakeprofile aus einem anderen Blickwinkel zu nutzen. Wir wollen also unser Doing auf einem anderen Weg „verifizieren“ 😉

Es gibt für uns zusätzliche Aspekte ein Fakeprofil aus der Sicht eines Recruiters/Sourcers zu nutzen. Das heißt konkret, wir legen bewusst ein Fakeprofil an, beispielsweise von einen Profil das man derzeit selbst sucht.  Kommt langsam Licht in’s Dunkle für euch? 😉

Ja, das ist vielleicht nicht im Sinne des Erfinders, hat jedoch einige Vorteile die wir euch hier näher bringen wollen.

Lasst uns zu Beginn die positiven Aspekte eines Fakeprofils für unsere Arbeit beleuchten.
Wobei wir hier nochmals klar darauf hinweisen wollen, dass diese Vorgehensweise gegen den Netzwerkgedanken – AUCH DIE AGB´s – und gegen die Einprofilstrategie verstößt. Aber Hand auf’s Herz, mittlerweile ist es fast schon Standard mehrere Profile auf Plattformen zu besitzen oder hat von euch jeder nur ein Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter… Profil im Netz? (Fragt mal eure Kids ;-))

Was spricht also aus unserer Erfahrung dafür, ein gutes Fakeprofil anzulegen und über einen längeren Zeitraum zu pflegen:

  • Plattformverständnis

Wir sind dadurch praktisch gezwungen, auf der Plattform ein Profil anzulegen, auf der wir sourcen und lernen dadurch was Pflichtfelder bzw. optionale Angaben im Profil sind. Zudem lernen wir, was überhaupt (möglicherweise auch von außen) durchsuchbar ist, weil es von der Plattform veröffentlicht bzw. für Google durchsuchbar gemacht wird.

  • Mitgliedschaften

Welche Mitgliedschaften gibt es auf der Plattform? Welche Unterschiede als auch Einstellungsmöglichkeiten gibt es bei den jeweiligen Accounts (Basis vs. Premium)? Kann ich zusätzliche Suchen freischalten? Gibt es weitere Features um beispielsweise auf Kandidaten oder Recruiter zuzugehen?

  • Netzwerk

Es ist gut auswertbar was andere Unternehmen, Recruiter oder Sourcer auf dieser Plattform betreiben. Wir starten quasi einen verdeckten Benchmarkt  in unserer Zielgruppe auf der Plattform. Zusätzlich lernen wir aus guten wie ausbaufähigen Anschreiben, Telefonaten, Pitches oder Strategien. Man kann von jeder Nachricht, jeder Kontaktaufnahme und Kommunikation lernen und für sich bei Bedarf adaptieren.

  • Mitbewerber

Wir wissen welche Unternehmen auf der Suche nach ähnlichen Profilen wie wir sind. Wir erhalten auf diese Art und Weise eine Information zu evtl. neuen Zielunternehmen für unsere eigene Suche. Zielfirmenliste CHECK!

  • Gruppen

Mitgliedschaft in Fachgruppen, Meetups etc. bei diesen wir als
Recruiter/HR´ler keinen oder nur schwierig Zugriff haben bzw. nicht eingeladen werden sind auf einmal möglich. Unser zusätzliches Profil kann uns hier verschlossene Türen öffnen.

  • Überblick

Der dadurch entstehende Marktüberblick in einzelne Berufsgruppen gibt uns ständig ein Bild davon, was gerade so los ist bzw. mit welchen Mitteln gekämpft wird. Zusätzlich erhalten wir einen praktischen Einblick in das Nutzungsverhalten und in die Tonalität unserer Zielgruppe.

  • Kommunikation

Wie stellen andere Recruiter/Personalberater/Fachbereiche ihre Arbeitgebermarke oder Jobangebot im Erstkontakt dar? Wie werden Benefits oder die Kultur über Texte oder Telefonate transportiert? Fühle ich mich persönlich davon angesprochen?

Abschließendes Fazit

Der zusätzliche Blickwinkel auf unser tägliches Doing wird hier für uns schon sehr geschärft, da wir nicht nur die Unternehmensbrille aufhaben, sondern auch wie oben beschrieben eine andere Art der Informationsbeschaffung nutzen – vielleicht hier auch die Direktere. Sich ständig mit und am Markt zu orientieren und sich daraus selbst weiter zu entwickeln, sollte nicht unterschätzt werden.

Um diesen Artikel nicht falsch zu verstehen:
Unsere Zeilen sollen kein Aufruf dazu sein, sich ein (oder mehrere) Fakeprofil/e anzulegen, sondern gibt einen Anstoß für einen zweiten oder dritten Blick auf die Dinge, die uns täglich beschäftigen. Wir hinterfragen uns gerne, da stehen bleiben im Zeitalter der Digitalisierung für uns einfach gar nicht geht.

Wenn ihr mehr erfahren möchtet, bleibt unserem Blog treu 😉 – wir geben wieder Gas!
Zudem lohnt es sich auf jeden Fall, einen Blick auf unsere Trainings zu werfen. Hier werden treu nach unserem Motto „aus der Praxis für die Praxis“ weitere Denkanstöße von den Basics bis hin zum „Tellerrandhinausschauen“ von uns an euch weitergegeben!

Wir freuen uns auf eure Erfahrungen, kritische Anregungen, Kommentare und der Diskussion zu diesem heißen Thema.

Eure grüne 3
Kathy, Stefan, Jan und Tobi

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