„Mein Xing Profil bewerben“ – Teil 1

Der neue XING Nachrichten-Bereich

Pünktlich zum Wochenende meldet sich die grüne 3 mit einem neuen Blogbeitrag zu Wort. Mittelpunkt unseres Beitrags ist eine Neuerung auf der Business Plattform Xing – leider abermals aus der Kategorie „Pleiten, Pech und Pannen“.

Seit ein paar Wochen gibt es nun auf Xing das neue Feature „Mein Profil bewerben“.  Vor dem Hintergrund, welche Daten wir nutzen können und welche Daten Xing für ein gutes Advertising zur Verfügung stellt, haben wir das neue Tool auf Herz und Nieren geprüft. Ach was, wir testen eigentlich immer alles auf Herz und Nieren… =)

Zu finden ist das Tool auf eurer Profilseite unterhalb der Einstellungen. Über einen Klick auf den Button „mehr“ öffnet sich ein Dropdown-Menü. Getreu dem Motto „wer suchet, der findet“ versteckt sich dort das Feature „Mein Profil bewerben“. Warum, wieso, weshalb diese Funktion dermaßen versteckt ist? Wir wissen es nicht. Noch nicht. =)

Bildschirmfoto 2016-02-19 um 20.13.24

First things first…

Grundsätzlich kann man neben seinem Profil noch weitere Elemente bewerben (Gruppen, Events, Unternehmensprofile, Websites oder auch Stellenanzeigen). Unser Augenmerk galt zum Start vor allem den Bereichen Profil- und Website bewerben.

Mit Sicherheit hat der ein oder andere unter euch zwischenzeitlich auf seinem Xing-Profil nach dem neuen Feature gesucht. Nutzer mit einem Basis-Account werden leider festgestellt haben, dass ihnen das Tool nicht  zur Verfügung steht. Für uns ist dies unverständlich. Basis-Profile können, mit ein paar Abstrichen, ebenso gut wie Premium-Profile gepflegt sein. Daher wäre es auch für Basis-Profile nützlich, ihr Profil bewerben zu können. Aus welchen Gründen Basis-Profile von Xing ausgeschlossen werden würde uns selbstverständlich brennend interessieren!

Jetzt aber genug mit dem Vorgeplänkel… wir gehen mal direkt in das Tool rein.

Da es dem Nutzer bei der ersten Anwendung einfach gemacht wird, Schritt für Schritt zur fertigen Anzeige zu kommen, macht das Tool auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Neben dem leicht zu überblickenden Aufbau ist vor allem die Statistik am rechten Bildschirmrand für uns interessant. Hier wird bei jeder Veränderung sofort  die potentielle Reichweite auf der Plattform angezeigt. Live-Insights zu einer Plattform sind immer „nett“ für Recruiter. =)

land und Reichweite

Aber Achtung!!!! Wie so häufig steckt der Teufel im Detail.

Die potentielle Gesamtreichweite einer Kampagne beträgt in den Standardeinstellungen, ohne Anwendung von Filtern,  8.950.000 Nutzer.  Filtert man nun beispielhaft nach dem Bundesland Bayern, so reduziert sich die Reichweite der Kampagne auf 2.108.000 Nutzer. Wir haben uns den Spaß erlaubt dieses Spielchen für jedes einzelne Bundesland einmal durchzuexerzieren. Als wir am Ende die Summe aus den einzelnen Filterungen addiert haben, wurde die potentielle Gesamtreichweite um einiges überschritten. Die Gründe hierfür können vielschichtig sein. Angefangen damit, was tatsächlich als Standort gewertet wird, bis hin aus welchen Profilbereichen Xing sich die verwendeten Daten zieht. Um diesem Mysterium genauer nachzugehen, haben wir uns nochmals ein neues Xing Profil angelegt. Der Standort (weder Arbeits- noch Wohnort) ist bei der Anmeldung kein Pflichtfeld. Zu unserem Erstaunen wird jedoch automatisch der aktuelle Aufenthaltsort bei der Neuanmeldung als Standort ermittelt. Ob Xing für die Ermittlung der Kampagnen-Reichweite nun den aktuellen Standort (via IP-Adresse), die Profilangaben oder vielleicht auch ehemalige Arbeits- und Wohnorte heranzieht bleibt intransparent und unerklärlich. Für uns bleibt dadurch erst einmal nur ein großes Fragezeichen stehen.

Das geschilderte Mysterium wollen wir mit einem weiteren Beispiel nochmals unterstreichen. Verändert man unter dem Punkt „Alter“ das Mindestalter von 18 auf 23, so reduziert sich die Reichweite auf 3.718.000 User. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass 5.232.000 User (!!) zwischen 18 und 22 Jahre alt sind. Setzt man den Filter jedoch exakt von 18 bis 22 liegt die Reichweite nur bei 66.000. Klar, vor den Angaben steht ein Tildezeichen, d.h. Xing gibt nur einen ungefähren Wert und nicht den exakten Wert an, allerdings sind die Abweichungen schon überdimensional groß. Diese unerklärlichen Abweichungen ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Bewertungsfelder.

Xing gibt bei der Anzeige der Reichweite übrigens noch eine Bewertung  zu der Zielgruppengröße an. Diese gliedert sich in drei Stufen:

  • Relativ Groß (ab ca. 4 Mio.)
  • Gut ausgewogen (ab 1000 bis ca. 4 Mio.)
  • Zu klein (0)

reichweite

Whaaat?!?

Diese Einschätzung kann sich wohl jeder unter uns getrost schenken. Die Spannbreite der einzelnen Stufen ist dermaßen groß, so dass die Einschätzung letztendlich nichtssagend ist. Da hätten wir uns einfach mehr erwarten.

Scrollt man auf der Seite noch etwas weiter runter findet sich ein spannend klingendes Feld namens „Zielgruppe erweitern“. Was durch aktivieren dieses Feldes tatsächlich passiert erschließt sich für uns nicht vollkommen. Eigentlich sollten wir zuvor bereits unsere optimale Zielgruppe definiert haben. Trotz allem haben wir auch dieses Feld getestet, ohne jedoch einen Mehrwert bei den Ergebnissen feststellen zu können.

Zu guter Letzt lassen sich am Ende der Seite noch Gebotskriterien einstellen. Dieser Bereich ist ähnlich aufgebaut wie die Klick-Stellenanzeigen bei Xing. In unserem Test haben wir nacheinander vier Anzeigen geschaltet. Davon waren zwei Anzeigen jeweils fast identisch. Dadurch konnten wir gut nachvollziehen, auf welche Art und Weise sich Veränderungen im Gebotsbereich (z.B. im Bereich Klick oder Impression) auf die Ergebnisse auswirken. Vorausgesetzt die Auswertungen von Xing sind verlässlich, so zeigen unsere Erfahrungen, dass Klick-Anzeigen „für uns“ wesentlich effektiver und erfolgreicher sind als Impressions. Genaueres zu den Unterschieden zwischen Klick-Anzeigen, Impressions, Gebotsvorschlägen etc. werdet ihr in einem weiteren Beitrag von uns erfahren.

Gebotskriterien

 

Wie ihr im Beitrag nun lesen konntet stehen im Zusammenhang mit dem Feature „Mein Profil bewerben“ noch sehr viele offene Fragen im Raum.

Neben FutureMe noch weitere Einblicke in die Zahlen und Daten von Xing zu bekommen stimmte uns anfänglich euphorisch. Aussagekräftige Zahlen und Daten könnte man unter anderem im Sourcing gewinnbringend einfließen lassen. Für den Moment wissen wir aber nicht wirklich, was mit den Zahlen von Xing – in Bezug mit „Mein Profil bewerben“ – tatsächlich anzufangen ist. Vor allem die Herkunft der verwendeten Datenbasis ist für uns ein großes Rätsel. An dieser Stelle macht für uns Vieles einfach keinen Sinn. Von daher ist es aktuell ratsam über FutureMe seine Zielgruppe zu konkretisieren und diese Zahlen für das Advertisting heranzuziehen.

Wir hoffen euch bis zum nächsten Mal, vor allem aus den Bereichen Datengewinnung und –nutzung, konkretere Auskünfte geben zu können.

Abschließend bekommt ihr nun noch einen kurzen Ausblick darüber, was euch im nächsten Artikel sonst noch so erwarten wird:

  • Servicewüste Xing (Onlinedienste werden am Wochenende nicht unterstützt? LOL)
  • Analytics Tool / Auswertung
  • Mobile Optimierung/Erreichbarkeit
  • Ist „Mein Profil bewerben“ im Moment überhaupt nutzbar/sinnvoll? (Kosten, Nutzen, Zielgruppen)
  • Zusammenfassung & Gesamteindruck

Schönes Wochenende und Prost

Jan, Oli, Tobi, Kathy und Stefan

Bildquelle: Prof. Dr. Abdul Nachtigaller

1 Gedanke zu „„Mein Xing Profil bewerben“ – Teil 1“

  1. Sehr ausführlicher Artikel zu dem Thema und ich finde die Funktion bei XING auf den ersten Blick sehr sinnvoll und zeitsparend. Schade, dass die Option nur Premium-Mitgliedern vorbehalten ist und ich werde darum meinen Basis-Account wohl upgraden lassen. Bin auf jeden Fall auf den nächsten Artikel gespannt und die Empfehlungen und Erfahrungen zu Klickpreisen, Kosteneffizienz etc.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.